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Philosophie Light (Teil 1) - Das Buch der Ruhe
07Aug2009
Bevor ich zur Philosophie kam, habe ich mich mit mir selber und meinem Verhältnis zur Arbeit auseinandergesetzt. Die Begleiter bei dieser schwierigen Aufgabe waren mehrere Bücher. Zwei davon stelle ich vor, und beschreibe, wie sie mich beeinflusst und dazu beigetragen haben, "Freund der Weisheit" zu werden. Heute macht das Buch der Ruhe den Anfang.
Im Jahre 2004 betrat ich, begleitet von meiner Uni-Erfahrenen späteren Frau, das erste Mal neugierig eine Uni-Bibliothek. Ich war ganz überrascht, dass man so viele Bücher zur Auswahl hat, und dass sie nicht nur von Studenten, sondern auch von Otto-Normal-Bürgern kostenlos ausgeliehen werden können. Das kam mir ganz recht, denn ich hatte mir vorgenommen, inspiriert durch die Lektüre eines mich stark ansprechenden Buches, das sich Die Kunst, mühelos zu leben nennt, den gerade erkämpften arbeitsfreien Freitag sinnvoll zu nutzen, und mir dabei einen Teil des freiwillig nicht geführten Studentendaseins durch freitägliche Studien nachzuholen. Das Thema meiner Studien war noch offen. Zu der Zeit dachte ich zunächst hauptsächlich an Psychologie. Von der Philosophie hatte ich zu der Zeit noch sehr wenig gehört. Doch wie war es überhaupt bis dahin gekommen? Um das zu beantworten muss ich noch ca. weitere 2 Jahre weiter zurückblicken.
Das Buch der Ruhe
Gelassenheit am Arbeitsplatz war das, was ich dringend benötigte, und ist gleichzeitig der Untertitel des Buchs der Ruhe vom australischen Autor Paul Wilson das mir, ich weiß nicht mehr genau wie, in die Hände fiel. Viele praktische Tipps sollen dem Leser helfen, den alltäglichen Stress zu bekämpfen. Im ersten Teil des Buches wird empfohlen, seine Einstellung der Arbeit gegenüber, und den mit der Arbeit verbundenen Sorgen und Problemen zu überdenken, um letztlich die vom Autor vorgeschlagene Denkweise zu übernehmen. Am Anfang steht die Einsicht, dass es prinzipiell nicht sinnvoll ist, sich wiederholt über Tatsachen zu ärgern oder zu sorgen, die sich offenbar sowieso nicht ändern lassen. Sobald die Unabänderbarkeit eingesehen ist, soll man lieber probieren, den unangenehmen Fakten gegenüber eine gelassenere Einstellung annehmen, also z. B. die Probleme nicht ernster nehmen, als sie es sind. Man soll also nicht die Probleme verdrängen, sondern sich überzeugen, dass man sich und die Arbeit übertrieben wichtig nimmt. Soweit, so logisch. Nur wie setzt man diese Erkenntnis, wenn man sie denn aus dem Buch übernimmt, dann in die Praxis um? Dazu gibt Paul Wilson eine ganze Menge praktischer Tipps, die unter anderem daraus bestehen, dass man sich mit einer Art Selbsthypnosetechnik davon überzeugt, dass man gelassenere Verhaltensweisen annehmen kann, und sie dann dadurch letztlich auch annimmt. In verschiedenen Variationen wird das Verfahren auf unterschiedliche, ganz konkrete Probleme am Arbeitsplatz angewendet.
Mit Philosophie hat das Buch, trotz einer gewissen Anhäufung von Lebensweisheiten, nur wenig zu tun, und das will es ja auch nicht. Es hat mich aber einer wichtigen psychologischen Erkenntnis näher gebracht. Nämlich der, dass man über den Umweg der Beeinflussung des Unterbewusstseins tatsächlich Dinge erreichen kann, die man mit rationalem Denken nicht schafft, wie z.B. die Überwindung von Schüchternheit. Auch die Erkenntnis, dass man das Unterbewusstsein am Besten im Hintergrund nach Lösungen suchen lässt, während man sich mit der Thematik bewusst überhaupt nicht auseinandersetzt, hat mir im Leben und auf der Arbeit schon geholfen. Ich will aber nicht verschweigen, dass das zentrale Hauptziel des Buches, nämlich den Leser zu einer zu seiner Arbeit gegenüber gelassenen Einstellung zu verhelfen, bei mir selbst heute nur teilweise erreicht ist. Zwar denke ich nach Feierabend und am Wochenende wesentlich weniger an den Job als früher, aber beim Arbeiten selber gehe ich viel zu verbissen zu Werke und gönne mir kaum Pausen.
Im Großen und Ganzen kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. Vor allem die konkreten praktischen Tipps sind hilfreich, um mit einer gelasseneren Einstellung besser und mit mehr Freude durch den Arbeitsalltag zu gelangen, und Stress zu vermeiden.
Demnächst geht es weiter in der Serie "Philosophie Light" mit dem oben schon erwähnten Buch Die Kunst, mühelos zu leben, das mich noch mehr beeinflusst hat. Ich möchte es aber erst noch einmal lesen :-).

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