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Chef von Parkinson Institut empfiehlt: "Macht Eure Übungen und trinkt Kaffee"
21Sep2010
In einem Interview mit der "Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research" äußert sich der Chef des amerikanischen Parkinson-Instituts, Dr. William Langston, über mögliche Ursachen der Krankheit. Er vermute eine Verbindung aus Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren.
Umwelteinflüsse ständen schon lange im Visier der Forscher. Es habe in den letzten 25 Jahren ca. 50 Studien gegeben, die darlegten, dass gewisse Pestizide einen Einfluss auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit haben können. Bewiesen sei der Einfluss aber bei Weitem noch nicht.
Einen Durchbruch habe es Mitte der achtziger Jahre gegeben, als ein junger Student MPTP, eine synthetische Form von Heroin, konsumierte, und dann am nächsten Tag alle Parkinson Symptome aufwies. Das brachte die Wissenschaftler auf die Idee zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem in den achtziger Jahren auch in Europa sehr häufig eingesetzten Pestizid Paraquat, welches die gleiche chemische Zusammensetzung aufweist wie MPTP, und der Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken gibt. Die Ergebnisse dieser Studien zeigten diesen Zusammenhang, als ursächlich könne man diesen aber längst noch nicht bezeichnen.
Auch weitere Umweltfaktoren könnten eine Rolle spielen. So habe man in einer größeren Untersuchung herausgefunden, dass ein hoher Milchkonsum das Risiko, an Parkinson zu erkranken, signifikant erhöhe. Allerdings sei diese Erkenntnis reichlich interpretationsfähig. So könne man zum Beispiel spekulieren, ob durch die Milch die in der Landwirtschaft reichlich verwendeten Pestizide besonders leicht übertragen werden. Offen bleibe auch, warum dieser Effekt bei Frauen nur sehr schwach zu messen war.
Ziemlich sicher hingegen sei die Erkenntnis, dass sich durch ein Schädel-Hirn-Trauma das Risiko einer Parkinsonerkrankung deutlich erhöhe, nämlich ungefähr um den Faktor 11.
In letzter Zeit sei auch der Einfluss von genetischen Faktoren vermehrt unter die Lupe genommen worden. Auch hier sei das Ergebnis, dass es wohl einen gibt. So entwickele jeder dritte Träger eines bestimmten Genes im Laufe seines Lebens Parkinson-Symptome. An der Gruppe der Träger diese Genes könne man vielversprechende Untersuchungen vornehmen, um zu ermitteln, ob Langstons gerne verwendete das Bild des "rauchenden Colts", bei dem die Gene die Pistole laden, während die Umwelteinflüsse auf den Abzug drücken, die Wirkzusammenhänge korrekt wiederspiegelt.
Leider sei das Institut noch recht weit davon entfernt, konkrete Empfehlungen zu geben, um Parkinson vorzubeugen und die Progression zu verlangsamen, er persönlich würde jedoch dazu raten, viele Sportübungen zu machen, da das die Gehirnzellen schütze, und vor allem viel Kaffee zu trinken, weil Studien eindeutig zeigten, dass hoher Kaffeekonsum das Parkinson-Erkrankungsrisiko verringere.
Dieses Interview und den zweiten Teil der Serie über die Ursachen der Parkinsonschen Krankheit können Sie, wenn Sie des Englischen mächtig sind, selber auf der Homepage der Michael J. Fox Foundation als Podcast runterladen und anhören.
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![By Takkk (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons](tl_files/images/coffee_teaser.jpg)
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