Nachricht

Kreative Künste helfen Parkinson Patienten

Freie Übersetzung einer Pressemitteilung einer Parkinson-Klinik aus Illinois/USA

15Jun2011


Ravensburg Rutenfest 2005 Fahnenschwingergruppe St Konrad

Zweimal monatlich findet eine Jam-Session im dritten Stock eines Krankenhauses in Illinois, USA statt. Eine bunte Truppe mit Männern und Frauen unterschiedlichen Alters und Herkunft steht im Kreis zusammen mit ihren Instrumenten und singt dazu. Dieses ist keine gewöhnliche Band. Alle ihre Mitglieder leiden an der Parkinson-Krankheit. Sie nehmen Teil am Behandlungsprogramm "Kreative Künste bei Parkinson", einer Musik- und Drama-Therapie, die diese amerikanische Klinik anbietet.

"Kreative Künste bei Parkinson" wird von speziell ausgebildeten Musik-und-Drama-Therapeuten vom Institut ITA (Therapy through the arts: Therapie durch Künste) geleitet. Die Teilnehmer werden angeleitet, tief in ihre Emotionen einzudringen, aber auch sich selber zu physischer Aktivität anzutreiben, um sowohl die Krankheitssymptome zu bessern, als auch die oft leidende Psyche zu stabilisieren.

Jüngst sang die Gruppe zusammen ein Lied, in dem sie sich auf spielerische Art und Weise mit sich selbst und ihrer Krankheit auseinandersetzten, und trommelten und rasselten dazu im Takt. Eine kleine Frau mit einem leichten TremorZittern, z.B. der Hände begann dann mit einer kräftigen, lauten Stimme zu singen: "Meine Krankheit hat mich stärker gemacht!". Die übrigen Anwesenden stimmten enthusiastisch ein, während sie rhythmisch auf ihren Instrumenten lärmten.

"Die Behandlung eines Patienten umfasst weit mehr als nur die Medikation", sagt eine Neurologin der Klinik, "Mit Hilfe der Musik- und Drama-Therapie hoffen wir, den Erkrankten dabei zu helfen, neue Interessen zu entwickeln und einige der physischen Probleme lindern zu können."

Eine Therapeutin erklärt: "Unsere Ziel ist es, neue Ansätze für die Patienten zu finden, mit deren Hilfe sie mit ihrer Erkrankung besser fertig werden. Sehr oft besteht eine Angst vor der Zukunft und dem Unbekannten. Wir möchten neue Wege aufzeigen, wie man mit diesen Ängsten umgehen kann."

"Im Musik-Teil beschäftigen sich die Patienten intensiv mit Rhythmen. Das hilft ihnen, ihre Beweglichkeit und ihren Gang zu verbessern.", erläutert sie weiter, "Das Lesen von Texten im Drama-Teil fördert die Wortfindung und die Artikulation, während die Stimme in beiden Teilen der Therapie trainiert wird.".

Die Therapie wirkt sich auch positiv auf die Stimmung und die Einstellung der Teilnehmer aus. Sie nutzen die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen, und sich den Herausforderungen zu stellen, die die Krankheit mit sich bringt. Während einer Sitzung lasen Sie einen Text aus dem durch den gleichnamigen Film berühmt gewordenen Buch "The Kings Speech". Ein Patient berichtete, dass er sich mit seiner Stimme so ähnlich fühle, wie der König im Film, und sich insbesondere seit der Parkinson-Diagnose nicht traue, laut zu sprechen, und dass sie gerade deshalb immer schwächer werde. Er machte folgenden Vorschlag: "Lasst es uns zum Ziel nehmen, immer bewusst laut zu sprechen, so dass wir gehört werden, denn wir brauchen unsere Stimmen."

Die Therapeutin sagt: "Ich habe schon oft solche emotionalen Momente während der Therapie gesehen, und glaube, dass viele Patienten durch diese Therapie Zugriff auf Gefühlsebenen bekommen, die sie ansonsten nicht hätten."

Quelle: Medical News TODAY vom 15.Juni 2011

Zurück

Einen Kommentar schreiben