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Jonglieren hilfreich bei Parkinson-Syndromen?

19Jul2009

Nachdem ich vor kurzem mit dem Jonglieren begonnen habe, stellt sich mir die Frage, inwieweit das Jonglieren Menschen mit Parkinson-Syndrom helfen könnte. Hier das Ergebnis der kleinen Recherche und einige Tipps für den Start.

Patienten mit Parkinson-Syndrom sind in ihrer Beweglichkeit und Koordination eingeschränkt. Es ist aber möglich, durch regelmäßige Aktivität, z.B. Fingerübungen, Ergotherapie und gezielte Gymnastik, Bewegungsabläufe beizubehalten oder auch wieder zu erlernen. Auch Jonglieren könnte meiner Ansicht nach helfen, die Beweglichkeit, und vor allem die Koordination positiv zu beeinflussen. Zudem ist bekannt, dass dabei im Gehirn neue Strukturen geschaffen werden, ähnlich wie auch beim Musizieren und beim Erlernen einer Fremdsprache.

Obwohl der ehemalige amerikanische Entertainer und Jongleur Joe Cook im Jahre 1954 nach 12jähriger Parkinson-Erkrankung kaum noch alleine Essen kann, schreibt seine Frau bei einer Bestellung von 6 Jonglierbällen, mit denen sie ihn zu seinem 65. Geburtstag überraschen will "glauben Sie es oder nicht, er kann immer noch mit den Bällen jonglieren".

Das zeigt, dass selbst bei fortgeschrittenem Parkinson Syndrom das Jonglieren prinzipiell nicht unmöglich ist, auch wenn das Neuerlernen sicher eine erhebliche Hürde darstellt. Wenn man sich entscheidet, es mal auszuprobieren, sollte man sich nicht zu sehr unter Druck setzen, sondern ganz langsam beginnen. Ich benötigte einige Wochen, um mit 3 Bällen jonglieren zu können. Man sollte sich auch nicht grämen, wenn man es gar nicht hinbekommt, es gibt völlig gesunde Menschen, die nur mit maximal zwei Bällen zurecht kommen.

Am besten kauft man sich zunächst Jonglierbälle. Auch wenn man mit beliebigen Bällen üben kann, haben spezielle Jonglierbälle den Vorteil, dass sie nicht umherrollen, wenn sie herunterfallen. Und am Anfang fallen sie oft herunter. Man fängt ganz langsam mit einem Ball an, dann versucht man es mit zweien, und wenn das problemlos klappt, dann nimmt man den dritten dazu. Wenn man merkt, dass es zu anstrengend wird, weil kurzfristig zuviel Dopamin verbraucht wurde, sollte man eine Pause machen. Ich bemerke zum Beispiel nach einiger Zeit immer eine Versteifung des linken Handgelenks und der linken Wadenmuskulatur. Auch gelingt es mir dann nicht mehr, mit der linken Hand die Bälle so hoch zu werfen wie mit der rechten Hand.

Eine Anleitung zum Jonglieren mit 3 Bällen inklusive Videobeispiel findet Ihr auf der Jonglierseite von Gerd Basler.

Der 71jährige Amerikaner Bill Hillman hat auf YouTube verschiedene Übungen veröffentlicht, die ihm geholfen haben, darunter auch das Jonglieren mit 2 Bällen.

Inwieweit das Jonglieren nun wirklich bei Parkinson Syndromen hilfreich ist, ist scheinbar nicht erforscht worden. Meine Internet-Recherche nach Studien war nicht erfolgreich. Lediglich in Österreich soll eine Studie dazu laufen, nähere Informationen dazu waren aber nicht zu bekommen.

Ergänzung am 02.08.2009. Und hier hat jemand sich Mühe gegeben und eine einfache Anleitung für das Jonglieren mit 3 Bällen gefilmt. Viel Erfolg beim Üben!

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