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Michael J. Fox Stiftung interviewt Parkinson-Genforscher

30Sep2010

Auf der amerikanischen Homepage der Michael J. Fox Stiftung kann man sich ein Interview mit einem Parkinson-Genforscher anhören. Er gibt einen kurzen Überblick über den derzeitigen Stand der Erforschung des Zusammenhanges der Genausstattung eines Menschen, und der Parkinson-Erkrankungswahrscheinlichkeit.

Michael J. Fox 2008

Parkinson habe noch vor ca. 20 Jahren als bestes Beispiel für eine Krankheit gegolten, bei deren Zustandekommen Gene keine Rolle spiele. In der Zwischenzeit sei aber herausgefunden worden, dass eine Mutation des LRRK2-Gens eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von 30% mit sich bringe. In Europa und Amerika sei diese Gen-Mutation nicht sehr weit verbreitet, während in Nordafrika und Arabien einen deutlich höherer Anteil der Parkinson-Kranken diese Mutation mit sich tragen. Die Ursache für die geografische Abhängigkeit erklärt der Forscher dadurch, dass vermutlich die Gen-Variante durch eine einzelne Person aus dem nordafrikanischen Bereich in die Welt gesetzt wurde und sich dann fortgepflanzt habe.

Weitere Forschungen beträfen deutlich weiter verbreitete Gene, die das Risiko zwar nicht erheblich, sondern nur moderat steigerten, deren Eliminierung aber das Potential hätte, die Anzahl der Parkinson-Erkrankungen in den USA um 15% zu vermindern. Dieses entspräche 150000 Personen, die nicht an Parkinson erkranken würden.

Eine weitere Chance biete die Genforschung für Noch-Nicht-Erkrankte, bei denen man nach einer Gendiagnose durch früh einsetzende Therapien den Krankheitsbeginn verzögern oder sogar vermeiden könne. Eine wichtige Rolle spiele auch das Protein Alpha-Synuclein, auf das sich alle bisher gefundenen Gen-Risikofaktoren zurückführen ließen.

Umwelteinflüsse spielten eine größere Rolle bei der Entstehung von Parkinson, je älter man bei Erkrankungsbeginn sei, und damit auch bei der großen Mehrzahl der Parkinson-Erkrankten, der Forscher vermutet aber, dass trotzdem auch in diesen Fällen die Gene ursächlich zumindest eine Mit-Rolle spielen würden. Hier sei in Zukunft von der Genforschung noch viel zu erwarten.

Links:
- Link zum Interview auf der Homepage der Michael J. Fox Stiftung (englisch)
- Studie zum "Parkinson-Gen" MAPT (fachenglisch)
- Bericht über Forschungsergebnisse zu MAPT und Alpha-Synuclein (deutsch)

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